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"Otello sott il platza" - spritzig und spaßig dargebotenes Fischertagstheater

veröffentlicht am 19.07.2014

Auch Diana, Darstellerin der Desdemona (Anne Rauth) und die Fördervereinsvorsitzende Julia (Esther Winter) umwerben Merelli Melli (Alexandra Menz) und die Fördervereinsvorsitzende Julia (Esther Winter) und sogar der Page (Bastian Dörr) umwerben den als Othello kostümierten Opernstar Merelli. Doch ist er es wirklich? Foto: Sonnleitner

Memmingen (as). Schlimmer hätte es nicht kommen können: Der große Moment der "Othello"-Premiere naht und der weltweit umjubelte Opernstar Tito Merelli liegt tot im Bett seiner Memminger Hotelsuite - so scheint es zumindest. Doch teure Tickets sind verkauft und "the show must go on".  Was tun?

Das ist der Kern der Boulevard-Komödie aus der Feder des Broadway-Autors Ken Ludwig, übersetzt von Ursula Lynn und von Jürgen Ulrich in "maugerechte" Mundart übertragen.

Die acht Darsteller des Fischertagtheaters unter Leitung von Ralf Weikinger meistern den Parcours der Verwirrungen und Verwechslungen rund um die beinahe missglückte Operngala mit Bravour. Nach einigen Längen im ersten und zweiten Akt, zog das Tempo der Handlung nach der Pause deutlich an. Sehr zum Vorteil der Wirkung, denn die Tür-auf-Tür-zu-Komödie lebt ja vom raschen Gang der sich überschlagenden Ereignisse. Das spritzig-schräge Spiel um den scheintoten Starsänger bereitete den Darstellern, die im dritten Akt zu Höchstform aufliefen, sichtlich viel Spaß und so schafften sie es scheinbar mühelos, die Situationskomik des Stücks pointiert herauszuarbeiten.

Von glühenden Verehrerinnen gnadenlos verfolgt

Komische Situationen gab es, zur Gaudi der Zuschauer, jede Menge, denn der Autor zieht das Showbusiness kräftig durch den (Klischee-)Kakao. Kann doch der von seinen weiblichen Fans als göttergleich verehrte und begehrte italienische Heldentenor leiblichen Genüssen jedweder Art nicht widerstehen. Und auch in Memmingen wird Merelli von glühenden Verehrerinnen verfolgt. Sogar Diana, Darstellerin der Desdemona (Anne Rauth), und die Fördervereinsvorsitzende Julia (Esther Winter) umwerben den Star. Kein Wunder, dass bald nicht nur sein Magen, sondern auch seine Frau Maria (Melanie Kamcke) verstimmt ist. Nachdem sie ihre Rivalin Melli (Alexandra Menz), Klängles Tochter, im Schrank entdeckt, ist das (Un-)maß voll. Maria reist wutentbrannt ab.

Melli ihrerseits ist eigentlich mit Max (Robert Junger) verlobt, dem schüchternen, aber gesanglich sehr ambitionierten Angestellten ihres Vaters. Und genau den schickt Papa Klängle nun ins Rennen bzw. auf die Bühne, um den scheinbar in Folge von Alkohol und Kummer dahingeschiedenen Merelli zu ersetzen.

Mehr soll hier nicht verraten werden, denn wer das muntere Spektakel noch nicht gesehen und genossen hat, erhält am morgigen Sonntag, 20. Juli, um 19 Uhr und am Dienstag, 22., Mittwoch, 23. und Donnerstag, 24. Juli - jeweils um 20 Uhr - die Gelegenheit dazu.

Karten gibt es im Vorverkauf bei der Geschäftsstelle des Fischertagsvereins (Dienstag und Samstag 8 bis 12 Uhr, Donnerstag 15 bis 19 Uhr) und an der Abendkasse.