Den Fassadenpreis erhielten die Bauherinnen des Eckhauses Kramerstraße 1
(Rita Karrer-Haug) und des benachbarten Giebelhauses Marktplatz 6 (Heike Müller).
Memmingen (as). Im Rahmen der Heimatstunde im Stadttheater wurde der Fassadenpreis 2017 verliehen. Im Bausenat sei man sich schnell einig gewesen, die „vorbildlich gelungenen Sanierungen“ des mittelalterlichen Baudenkmals Lindentorstraße 10, des Eckhauses Kramerstraße 1 und des benachbarten Giebelhauses Marktplatz 6 auszuzeichnen, berichtete Oberbürgermeister Manfred Schilder den Festgästen im Stadttheater.
Ausgezeichnet wurde auch die Fassade von Lindentorstraße 10, Ecke Vordere Gerbergasse (ehem. Alteisen-Braun).
Den Fischertag mit der Heimatstunde abzuschließen, ist mittlerweile Tradition. Michael Ruppert, Vorsitzender des Fischertagsvereins, eröffnete die Feierstunde mit einem Rückblick auf den hohen und auch heuer wieder sehr gelungenen Memminger Feiertag, an dem 1.200 Fischer teilgenommen haben. Rupperts besonderer Glückwunsch galt Fischerkönig Martin II., dem „Baggermeister“, der von den Festgästen einen herzlichen Applaus bekam. Besonders freue ihn, dass der Fischerabend erstmals in sommerlicher Atmosphäre auf dem Marktplatz stattfinden konnte, so Ruppert, der betonte: „Hier gehört er auch hin."
"Vorbildliche Sanierungen"
Ein Höhepunkt des Feierstunde ist traditionell die
Verleihung des Fassadenpreises. Oberbürgermeister
Manfred Schilder, dem selbst heuer kein Glück beim Fischfang hatte,
bedankte sich bei allen Mitstreitern, die "in waidgerechter Art und
Weise" den Fischen nachgestellt hatten. „Die Geschichte mit dem Rehbock
in meinem Pool
ist übrigens wahr“, bemerkte er am Rande in Anspielung auf die Rede des Büttels Gottfried Voigt
beim Ausrufen
des Fischertages am Freitagabend.
Auf der Bühne des Stadttheaters durfte Josef Kurz für die KW-Wohnbau GmbH den Preis für das „mit großem Einfühlungsvermögen“ sanierte Baudenkmal Lindentorstraße 10 entgegennehmen. Durch „außergewöhnliche Rücksichtnahme gegenüber den gewachsenen Strukturen“ seien auch heute noch bauzeitliche Details erlebbar, erklärte Oberbürgermeister Manfred Schilder. Auch die gelungene Farbgebung trage dazu bei, ein “lange vergessenes, im Dornröschenschlaf versunkenes Haus zu einer Stadtsehenswürdigkeit werden zu lassen“.
"Den Marktplatz prägenden Dreiklang“
Für ihre „vorbildlichen Beispiele altstädtischer Fassadensanierung“ ausgezeichnet wurden außerdem Rita Karrer-Haug und Heike Müller, die Bauherrinnen der benachbarten Häuser Marktplatz 6, ein dreigeschossiges Giebelhaus mit Satteldach, und des Eckhauses Kramerstraße 1 mit seiner lang gezogenen Arkadenwand. Gemeinsam mit der ebenfalls bereits sanierten sattgrünen Fassade von Marktplatz 5 bilden die beiden Häuser “einen die südliche Raumkante des Marktplatzes prägenden Dreiklang“, verlas der OB die Begründung. Das Erscheinungsbild des Marktplatzes werde damit städtebaulich aufgewertet, daher seien die Sanierungen der beiden Häuser auch touristisch von Bedeutung.
„Die
gelungenen Sanierungen sollen Ansporn für alle Bauherrn in der Stadt sein und
als Beispiel dienen“, verkündete der Rathauschef abschließend.
Geschichte der Memminger Gerber
Die
historische Weiterbildung der Zuhörer oblag auch dieses Jahr
Stadtarchivar Christoph Engelhard. Unter dem Titel "Die Dörrhütte" hielt
er ein ebenso interessantes wie amüsantes bebildertes Referat zur
Geschichte der Memminger Gerber, die heuer das Festabzeichen geprägt
haben.
Unser Vorschaubild: Bei der Preisverleihung (von rechts): OB Manfred Schilder, Josef Kurz, KW-Wohnbau GmbH, und das Ehepaar Müller.